Folientechnik

Wissenswertes über Fenster-Schutzfolien

Technische Informationen zur Flachglasveredelung mit Folien:

Durch die nachträgliche Beschichtung kann herkömmliches Glas um wichtige Funktionen erweitert werden. z.B. kann Verbundsicherheitsverglasung in Verbundsicherheits-Sonnenschutzverglasung verwandelt werden. Eine professionelle Beschichtung garantiert ein Ergebnis, das optisch nicht mehr von Funktionsverglasung zu unterscheiden ist. Unsere Folien sind zudem von konkurrenzloser Kratzfestigkeit.

Wichtige Funktionen von Sonnenschutzfolien:

  • Hitzeschutz durch g-Wert-Senkung
  • Wärmeschutz durch K-Wert-Senkung
  • UV-Schutz durch Filterung bis 99,8 %
  • Blendschutz durch Lichtreduktion und Lichtstreuung
  • Splitterschutz nach DIN EN 12 600
  • Durchwurf-Hemmung nach DIN 52 290 Teil 4
  • Design durch individuelle Gestaltung einer Gebäudeansicht

Ästhetik contra…

Glas ist ein faszinierender und gefragter Werkstoff und wird deshalb heute in privaten und öffentlichen Gebäuden großzügig eingesetzt, um lichtdurchflutete Innenräume und eindrucksvolle Außenfassaden entstehen zu lassen.

Hitze…

Leider kollidieren hier oft ästhetische Ansprüche mit den technischen Grenzen herkömmlicher Verglasung. Die moderne Wärmeschutzverglasung, die im Winter für niedrige Heizkosten sorgt, hält im Sommer die Hitze im Gebäude zurück. 

Blendung.

Durch die sehr hohen Luxwerte im Sommer sind Computerarbeitsplätze aufgrund von Reflexionen auf Monitoren nicht optimal zu nutzen, im privaten Bereich wird die Bildschirmsicht auf das TV-Gerät beeinträchtigt.

Die Lösung

Durch eine Beschichtung der Verglasung können Überhitzung und Blendung im Innenraum verhindert werden und Ästhetik und Komfort bilden keinen Widerspruch mehr.

Technik – Hitzeschutz

Normales Glas lässt nicht nur Licht, sondern auch Hitze in den Raum. Diese Hitze wirkt – mit Ausnahme in Wintergärten – eher störend. Problematisch sind vor allem SÜD-, WEST- und DACHVERGLASUNGEN. Schutz bieten hier Sonnenschutzverglasungen oder Sonnenschutzsysteme (Außenjalousien, Markisen und Sonnenschutzfolien), um die Sonnenenergie und somit die Hitze schon am Glassystem zu blocken. Unter den Sonnenschutzsystemen verändert Folie das Gesamterscheinungsbild des Gebäudes am wenigsten und ist sicherlich auch die preiswerteste Lösung.

Einfachverglasung (5.8 kV-Wert):

Gesamtenergiedurchlassgrad (g-Wert) von 82%.

Altes Isolierglas (3.0 kV-Wert):

Gesamtenergiedurchlassgrad g-Wert von 80%.

Moderne Wärmeschutzverglasung (1.1 K-Wert):

Gesamtenergiedurchlassgrad g-Wert von 58-62%.

Einfachverglasung

Durch den sehr hohen g-Wert wird so viel Hitze in den Raum gelassen, dass der sehr hohe Wärmeverlust an der Verglasung durch Konvektion nicht ausreicht, um den Raum zu kühlen. Konduktion findet bei sehr hohen Außentemperaturen kaum statt. Ein Hitzeschutz mit Folie kann hier innen oder außen erfolgen. Ein Sonnenschutz mit Jalousien oder sonstigen Sonnenschutzeinrichtungen, die nicht direkt auf dem Glassystem liegen, kann nur von außen erfolgen.

Altes Isolierglas

Durch den hohen g-Wert wird so viel Hitze in den Raum gelassen, dass der Wärmeverlust an der Verglasung durch Konvektion und Konduktion durch die Luftisolierung im Glas keinerlei nennenswerte Temperatursenkung bewirkt. Ein Hitzeschutz mit Folie sollte hier außen erfolgen – kann jedoch auch von innen erfolgen, wenn die g-Wert-Senkung durch Reflexion (Spiegelung) oder spectral bei IR-Folien stattfindet. Ein Sonnenschutz mit Jalousien oder sonstigen Sonnenschutzeinrichtungen, die nicht direkt auf dem Glassystem liegen, kann nur von außen erfolgen.

Wärmeschutzverglasung

Durch die sehr guten Isoliereigenschaften der Wärmeschutzverglasung (1.1 kV-Wert gem. DIN 52619) staut sich soviel Energie im Raum, dass ein Hitzeschutz erforderlich wird. Konduktion oder Konvektion finden nicht statt. Ein Sonnenschutz kann hier aufgrund der Gasfüllung und der Metallbeschichtung des Glassystems nur außen liegend erfolgen.

Technik – Blendschutz

Helle Räume schaffen Wohlbehagen – und Probleme. Helligkeit geht mit Blendung und im Sommer mit Hitze einher. Der Computer als Arbeitsmittel ist heute der Hauptbestandteil moderner Büroarbeit. Eine ergonomische und augenfreundliche Planung von Büroräumen setzt der Ästhetik oft Grenzen. Die häufigsten Ursachen von optischen Problemen sind Spiegelungen auf Monitoren, die die Sicht erschweren und dadurch die Anstrengung beim Sehen vervielfachen. Ideal für die Augen wäre sicherlich ein steriler Raum ohne Fenster mit fest geregelten Lichtverhältnissen. Das widerspricht jedoch jeglichem Verständnis von Wohlbehagen – der Mensch braucht die Sicht in die Ferne und das natürliche Licht. Einzige Lösung für Blendschutz ist eine sinnvolle Lichtreduktion am Fenster. Die Lichtreduktion sollte idealer Weise eine Bürobeleuchtung von maximal 300 Lux (DIN 5035Teil 2) ergeben. Unseres Erachtens nach ist bis maximal 700 Lux am Arbeitsplatz ein vernünftiges Arbeiten möglich.

DIN 5035 Teil 7 Beleuchtung von Räumen mit Bildschirmarbeitsplätzen Ausschnitt aus Abschnitt 4.3:

Zur Vermeidung zu hoher Beleuchtungsstärken auf dem Bildschirm durch Tageslicht sollen die Geräte nicht zu nahe am Fenster aufgestellt werden. Dies lässt sich in kleinen Räumen meist nicht durchführen. Dann können Abschirmmaßnahmen erforderlich sein. Fenster in oder entgegen der Blickrichtung zum Bildschirm müssen mit Abschirmungen versehen sein, um Direkt- oder Reflexblendung und störende Spiegelungen durch Tageslicht zu vermeiden.

Hierfür können als Blendschutz geeignet sein z.B. Vorhänge, Lamellenstores, Jalousien. Blendschutzeinrichtungen sollen einen geringen Transmissionsgrad und einen an die Wände angepassten Reflexionsgrad haben. Die Sichtverbindung nach außen muss erhalten bleiben – LICHTREDUKTION JA, DUNKELHEIT NEIN! Die Werte der Lichtreduktion sind zwar technisch messbar, die Reduktion wird vom Menschen jedoch SUBJEKTIV wahrgenommen und empfunden, wir sprechen hier von relativer Lichtwahrnehmung.

Gemessene Lichttransmission empfundene Lichtstärke

100% 100%

80% 90%

60% 82%

40% 74%

20% 57%

10% 45%

Dieser Effekt der relativen Lichtwahrnehmung lässt sich dadurch erklären, dass sich das Auge durch Vergrößerung der Pupillen automatisch an die veränderten Lichtverhältnisse anpasst.

Technik – UV-Schutz

Einen völligen Schutz vor Ausbleichen von Materialien gibt es nicht, da für das Ausbleichen verschiedenste Faktoren verantwortlich sind. Jedoch ist es möglich, mit UV-Schutz-Film (Folie) und weiteren Schutzmaßnahmen Ausbleichen zu reduzieren.

Faktoren, die zum Ausbleichen führen:

Hauptfaktor für Ausbleichen ist das UV-Licht. Ein weiterer Faktor ist das sichtbare Licht. Auch das langwellige IR-Licht stellt einen Faktor dar. IR-Licht kann durch spezielle Folien reduziert werden. Die künstliche Beleuchtung der Räume ist zu prüfen. Grundsätzlich sollte vor Halogenstrahlern gewarnt werden, die nicht UV-arm sind. Diese können ohne Vorscheibe UV-A und UV-B Licht, mit Scheibe UV-A Licht abgeben.

Weitere Ursachen für Ausbleichen können Feuchtigkeit, Umweltbelastungen und Wärme sein. Als letzter wichtiger Faktor für Ausbleichen ist die Art und Güte der Ware selbst zu sehen. In Schaufenstern sollten keine Waren ausgestellt werden, deren Lichtechtheitstufe geringer als 4 ist. Wichtig ist der technische Aufbau der Folie. UV-eliminierendes Material (UV-Absorber) sollte nicht nur in den Laminatkleberschichten liegen, sondern wie bei unseren Produkten direkt im PET enthalten sein.

UV-Absorber sind generell flüchtig und über mehrere Jahre in ausreichender Menge nur im Kunststoff zu halten. Die Haltbarkeit der UV-Absorber hängt von der Position der Glasflächen und von der Bestrahlungsstärke auf die Verglasung ab. Ab wann die Folie erneuert werden sollte, hängt davon ab, welche Messwerte für die individuellen Ausstellungsstücke maßgeblich sind.

Technik – Sicherheit

Häufig stellt sich, zum Beispiel durch die Nutzungsänderung eines Gebäudes, nachträglich die Frage nach Sicherheitsverglasung. Eine Nachrüstung mit Glas ist oft schon aus Kostengründen abzulehnen. Hier bietet Folie die Möglichkeit, bestehendes Glas zu erhalten und die Risiken bei Bruch dennoch zu minimieren. Personen- oder Sachschutz vor Splittern wird mit Folie ab 100 my Dicke gemäß EN 12 600 (entspricht der DIN 52 337) erzielt.

Diese Folien sind sowohl als Innenfolie wie auch als Außenfolie erhältlich und bilden eine Splitterbarriere zwischen Personen und Glas. Ein besonders starker Kleber sorgt dafür, dass die Scheibe im Stück gehalten wird, ähnlich dem Verbundsicherheitsglas, und ein Splitterabgang verhindert wird.

Sollte ein höherer Schutz benötigt werden, zum Beispiel Schutz vor Einbruch (Durchwurfhemmend nach Widerstandsklasse P2A EN 356), so ist mit Folie eine Durchwurfhemmung gemäß DIN 52 290 Teil 4 zu erreichen. Diese Anforderung wird häufig von Versicherungen gestellt.

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